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Der alte Hund

An dieser Stelle mal ein paar Gedanken, Anregungen und Tipps für die Besitzer von „Senioren“.

Wann ist mein Hund alt?

Eine eher schwierige Frage und tatsächlich auch ein wenig bedingt durch die Rasse. Eher kleinwüchsige Hunderassen altern in der Jugend „schneller“, als Großhunderassen. Was bedeutet das? Kleine Hunderassen werden schneller erwachsen. Sie „pubertieren“ früher, kürzer und sind sehr viel früher im Reifungsprozess fertig ausgebildet als Großhunderassen. Diese reifen eher langsam und werden erst relativ spät „erwachsen“. Sie haben aber den Vorteil, dass sie in den späten Jahren viel langsamer geistig altern, als kleine Hunderassen.
 
Bedingt durch Größe und Gewicht werden die Großhunderassen deutlich nicht so alt, wie kleine Hunde. Ein kleiner Hund kann durchaus 14 bis 16 Jahre alt werden. Rein statistisch ist aber belegt, dass z.B. Retriever heute kaum noch älter werden als 10 Jahre. Zudem sind viele Zuchthunde prädestiniert für rassebedingte Erkrankungen wie z.B. HD oder ED, Augenerkrankungen, Herzerkrankungen etc.! Auffallend ist, dass diese Erkrankungen bei Mischlingen nicht, bzw. nicht so gehäuft auftreten. Gewollte perfektionierte Zucht hat bei vielen Rassehunden also nicht immer positive Auswirkungen.
 
Damit sind wir bei der großen Sorgfalt, die wir unseren Hunden (egal ob groß, oder klein) im Alter angedeihen lassen müssen. Auch wir Menschen möchten ein komfortables und bequemes Alter erleben dürfen!
 
Bewegung im Alter?

Als Faustformel gilt: Ab dem 8. Lebensjahr kommt ein Hund in´s Seniorenalter. Für uns Menschen nicht immer erkennbar lässt die Sehkraft der Tiere nach. Die Wahrnehmungsfähigkeit ist langsam vermindert. Gehör, Geruchssinn und alle weiteren Sinne beginnen sich zu verschlechtern.
 
Ihr Gefährte, der früher munter voraus lief, wird nun langsamer. Oft „trottet“ er eher gemächlich neben Ihnen an der Leine. Durch die eingeschränkte Wahrnehmungsfähigkeit kommt es mit zunehmendem Alter zu Unsicherheiten. Selbst eine gewisse Orientierungslosigkeit ist dann normal. Achten Sie nun darauf, dass Sie immer in der Nähe Ihres Tieres sind.
 
Aber dennoch braucht Ihr Hund auch im Alter eine ausgewogene und angepasste tägliche Bewegung. Es werden keine langen Spaziergänge mehr sein. Nun zählt das Motto: Häufiger und kürzer! Frische Luft ist für Ihren Vierbeiner wichtig und gesund!
 
Wie auch bei uns Menschen, wird Ihr Tier an manchen Tagen und speziell bei Wetterwechsel eventuell Gelenkschmerzen haben, die seine Lauffähigkeit einschränken. Hier gilt es, eine gute Beobachtungsgabe zu haben und dem Tier unnötig weite Wege zu ersparen und es vielleicht (wenn es möglich ist) einfach auch mal nur im Garten seine Geschäfte verrichten zu lassen.

Bitte achten Sie darauf, dass Sie Ihr Tier nach Spaziergängen mit Regen oder Schnee anschließend sehr sorgfältig abtrocknen. Alte Hunde frieren schnell und dann kann Ihr Hund schnell eine unangenehme Infektion bekommen, die im Alter nicht immer harmlos verlaufen kann, da die Abwehrkräfte beim alten Hund nicht mehr so stark ausgeprägt sind.
Daheim ist nun ein warmer und zugfreier Liegeplatz wichtig für den Senior, damit er sich aufwärmen und regenerieren kann.
 
Bitte stellen Sie nun Möbel nicht mehr um, wenn es nicht unbedingt sein muss. Ein sehr alter Hund hat Orientierungsprobleme und wird dann Schwierigkeiten bekommen können, sich in gewohnter Umgebung zurecht zu finden!
 
Ernährung im Alter… ist ein sehr wichtiges Thema!

Ihr Hund bewegt sich nun weniger. Das bedeutet, er hat (und bildet) auch deutlich weniger Muskelmasse und dem muss in der Ernährung Rechnung getragen werden.
Ihr Tier benötigt nun mehr Ballaststoffe, da auch die Verdauung träger wird. Wichtig ist hingegen, dass das Tier auch weiterhin alle notwendigen Nährstoffe erhält!
 
Wer Trockenfutter füttert, wird im Zoofachhandel eine Vielzahl von Sorten Seniorenfutter finden. Bitte achten Sie unbedingt auf die Zusammensetzung dieser Futtermittel! Jetzt sollten das Futter nicht mehr darauf ausgelegt sein, 12 Stunden im Körper des Hundes zu verbleiben, sondern es sollte vielmehr so sein, dass eine schnellere Verdauung einen Aufbau von zu viel Fett und Muskelmasse verhindert.

Das Futter sollte nicht zu energiereich sein und über ausreichend Nährstoffe und Mineralien verfügen. Senioren haben einen erhöhten Vitaminbedarf. Hier muss darauf geachtet werden, dass die Mengen an Vitamin B und E gegenüber einem „Normalfutter“ höher sein müssen. Dagegen muss man darauf achten, dass Vitamin A nur mit Vorsicht betrachtet wird! Aber der wesentlichste Bestandteil eines guten Seniorenfutters ist hochwertiges tierisches Eiweiß, welches der alte Hund dringend benötigt.

Aber auch dabei ist die Einschränkung zu betrachten, dass ein Zuviel an hochwertigem Eiweiß die Nieren des Hundes belastet, die im Alter nicht mehr so gut arbeiten.
 
Sie sehen, dass die Ernährung des alten Hundes ein sehr wichtiges und nicht ganz einfaches Thema ist.
 
Ich persönlich empfehle für den alten Hund eine Ernährung mit B.A.R.F. (biologisch artgerechte Roh-Fütterung). Hier kann ich die optimale Zusammensetzung für meine Senioren selbst abstimmen. Durch Muskelfleisch erreiche ich eine hohe und ausgewogene Versorgung mit hochwertigem, tierischem Eiweiß. Vitamine und Mineralstoffe kann ich dosiert füttern durch die Gabe der unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten. Ergänzungsfuttermittel kann ich so hinzufügen, wie der jeweilige Hund es individuell benötigt. Kohlehydrattage beugen einer Überversorgung mit Eiweiß vor und regeln die Verdauung.
 
Ein Hauptproblem der alten Hunde in Deutschland besteht darin, dass sie übergewichtig bis zur Fettleibigkeit sind. Falsches Futter und dem Hund im Alter „was Gutes“ tun zu wollen schaden dem Tier und verkürzen seine gesunde Lebenszeit erheblich! Diabetes, Herzleiden, Gelenkprobleme im Alter sind nur wenige gravierende Folgen. Wir bringen unsere Tiere mit falsch verstandener Liebe regelrecht um!
 
Besonderheit in der Ernährung!!
 
Achtung! Hunde mit sehr langem und dichtem Fell können aufgrund dieser Beschaffenheit im Alter nochmals einen steigenden Bedarf an Energie entwickeln! Bitte beobachten Sie das Fell genau, wenn Sie einen Hund mit eben solch einem Haarkleid besitzen! Wird das Fell stumpf, zeigt kahle Stellen und der Bauch weist Ausschlag auf, kann dieses auf eine zu geringe Zufuhr an energiereicher Nahrung hinweisen. Ihr Tierarzt kann einen entsprechenden Test vornehmen!
 
Körperpflege im Alter… Ist mehr ein M U S S , als beim jungen Hund.

Im Alter des Hundes fährt der Stoffwechsel langsam, aber stetig runter. Die Haut des Tieres wird dadurch trockener und empfindlicher.

Bitte kämmen und bürsten Sie Ihr Tier nun regelmäßiger, als sie es sonst vielleicht taten. Achten Sie dabei darauf, ob das Tier nach dem Bürsten verstärkt Schuppen abstößt. Man kann dann ein hochwertiges Pflanzenöl, Lachsöl oder noch besser Lebertran in kleinen Mengen zufüttern. Der Fellstoffwechsel wird dadurch erheblich verbessert und das Tier quält sich nicht mehr mit Juckreiz und eventuellen Ekzemen durch die trockene Haut.
 
Viele Hunde haben mit zunehmendem Alter Probleme mit den Ohren. Bitte kontrollieren Sie regelmäßig, ob die Ohren ihres Tieres sauber sind und vor allem… geruchsfrei! Schlechter Geruch zeigt immer an, dass das Ohr nicht gesund ist!

Eine Reinigung mit Baby-Öl-Tüchern ist sanft und pflegend. Ist eine größere Verschmutzung der Ohren zu erkennen, gibt es ein einfaches Hausmittel: Etwas herkömmliches Geschirrspülmittel in warmes Wasser geben und damit das Ohr vorsichtig spülen. Bitte niemals Ohr-Reinigungs-Stäbchen verwenden!
 
Pfoten und Krallen bedürfen ebenfalls gründlicher Pflege. Die Ballen werden im Alter trockener und rissiger. Bitte mit Vaseline oder Bienenwach-Creme vorsichtig massieren. Achtung! Krallen bitte regelmäßig kontrollieren, denn durch die nicht mehr so hohe Bewegung laufen sie sich weniger ab und müssen eventuell regelmäßig gekürzt werden. Erfahrungsgemäß verletzen sich ältere Hunde häufiger an der Wolfskralle. Diese bitte unbedingt auch kürzen. Sie können das selbst machen, vorausgesetzt, Ihr Tierarzt hat Ihnen gezeigt, wie man es fachmännisch tut!
 
Ärztliche Versorgung… wird mit zunehmendem Alter wichtiger, als es vielleicht in der Jugend Ihres Hundes der Fall war!
 
Zumindest einmal jährlich sollten Sie bei Ihrem Tierarzt ein „geriatrisches Profil“ anfertigen lassen. Dabei wird Ihrem Hund eine kleine Menge Blut abgenommen, anhand dessen die  Funktion der wichtigsten Organe überprüft wird, sowie geschaut, ob eine Diabetes-Erkrankung vorliegt. Im Profil enthalten sollte sein: Check von Leber, Nieren, Tumorwerte und die allgemeinen Blutwerte. Der Test kostet etwa 50,00 Euro inkl. der Laboruntersuchungen.
 
Wesentlich ist -finde ich persönlich- auch ein sogenanntes „Cardioscreen“, bei dem Herzfehler anhand von Blutauswertungen aufgedeckt werden. Momentan ist das Cardioscreen die zuverlässigste Methode, um Herzerkrankungen – egal welcher Art – schnell und ohne aufwändige Untersuchungen feststellen zu könne. Der Preis hierfür liegt inkl. Laborarbeiten auch bei etwa 50,00 Euro, die aber das Leben Ihres Hundes retten können!
 
Ihr Tierarzt wird im Zuge dieser Untersuchungen auch einen allgemeinen Check machen: Zähne anschauen, Herz abhören, Lunge abhören, Abtasten des Gebäudes, Analdrüsen-Kontrolle, Kontrolle der Ohren und der Krallen, sowie eine optische „Gangkontrolle“ und bei Hündinnen eine genaue Ansicht des Gesäuges.
 
Bitte bedenken Sie: Je eher Sie Schwachpunkte in der Gesundheit Ihres alten Hundes aufdecken könne, desto wirkungsvoller können Sie helfen und… Sie sichern die Lebensqualität Ihres besten Freundes!
 
Vielleicht noch eine Anmerkung zu den Hündinnen unter den Senioren!


Sollte Ihre Hündin nicht kastriert sein, ist zu bedenken, dass Hunde nicht wie wir Menschen in die „Wechseljahre“ kommen, also in die Menopause gehen! Hündinnen bleiben ein Leben lang fruchtbar!

Im Alter hat die unkastrierte Hündin durch den Blutverlust in der Hitzeperiode häufiger mit Mangelerscheinungen bei der Eisenzufuhr zu kämpfen. Es empfiehlt sich, einmal jährlich per Bluttest schauen zu lassen, ob ein gravierender Eisenmangel vorliegt, der die Gabe von Eisenpräparaten rechtfertigen würde! Parallel kann man auch mal „einen Blick“ auf die Hormontätigkeit der Hündin werfen.
 
Vielleicht überlegen Sie auch, ob Sie Ihrem Hund noch die „großen“ Impfungen zumuten möchten. Eine Impfung ist immer auch ein Eingriff in das Immunsystem des Tieres, welches nun im Alter, größere Problem hat, mit diesen Auswirkungen umzugehen! Oft reicht ein kleines „Pflichtprogramm“ durchaus aus, um Ihr Tier gesund und fit zu erhalten.
Sollten Sie dennoch das komplette Impf-Programm wünschen, gibt es heute spezielle homöopathische Medikamente, die parallel zur Impfung gespritzt werden und die die körperlichen Auswirkungen auf natürlichem Wege abschwächen, zugunsten der besseren Verträglichkeit beim Tier!
 
Zum Schluss…

Bitte ich Sie,  auch einen intensiven Blick auf den Beitrag zur Sterbebegleitung zu werfen.
Hier finden Sie – hoffentlich für Sie hilfreiche – Anregungen für die Zeit, wo der Abschied von Ihrem geliebten Tier beginnt.

Unsere Verantwortung endet nicht mit dem Tod unseres geliebten Gefährten, sondern sie ist vielmehr ein ganz wichtiger Teil dessen!

Bitte denken Sie immer daran, wie Sie sich persönlich Ihr ganz eigenes Lebensende wünschen würden.
 
Ich wünsche Ihnen eine glückliche und friedvolle Zeit mit Ihrem Senioren!
 
Copyright Daniela Koppenhöfer 2011

 
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